Zinsbindung – Eine Definition

Bei Festzinsdarlehen werden über einen vertraglich bestimmten Zeitraum die zu entrichtenden Zinsen fest vereinbart. Von aktuellen Veränderungen auf dem Geldmarkt bleiben Kredite mit einer Zinsbindung daher unberührt. Kredite mit festen Zinsvereinbarungen werden unter Kaufleuten aber auch meist bei langfristigen Verbraucherkrediten geschlossen. Mit einer Zinsbindungsfrist können dem Kreditnehmer Vorteile aber auch Nachteile entstehen.

Feste Zinsen erleichtern Kreditnehmern die Kalkulation

Banken kalkulieren ihre Kreditzinsen aufgrund der Marktsituation auf den europäischen Finanzmärkten. Ein weiterer Faktor ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank. Wird der Leitzins gesenkt werden Kredite zu günstigeren Zinsen angeboten. Bei einer Erhöhung des Leitzinses steigen daher auch die Kreditzinsen. Da besonders bei Immobilienfinanzierungen recht genau kalkuliert werden muss, bieten Banken Darlehen mit einer festen Verzinsung an. Je nach Vereinbarung kann die Zinsbindung Fünf, zehn aber auch zwanzig Jahre andauern. Bei Annuitätendarlehen sind sogar Laufzeiten bis zu 30 Jahren möglich. Kurz vor Ablauf der Zinsbindungsfrist wird eine Anschlussfinanzierung zu einem neu vereinbarten Zinssatz abgeschlossen.

Die Laufzeit muss nach der Höhe der Zinsen gewählt werden

Je länger die Zinsbindung vereinbart wird, desto höher ist in der Regel auch der vereinbarte Zinssatz. Dies ist besonders bei Hypotheken- oder Annuitätendarlehen der Fall. Um als Kreditnehmer flexibler reagieren und besser kalkulieren zu können sollten in Hochzinsphasen nur kurze Darlehenslaufzeiten vereinbart werden. Ist der Zins niedrig, werden meist Verträge mit langen Laufzeiten abgeschlossen. Da ein Vertrag mit einer vereinbarten Zinsbindungfrist durch den Kreditnehmer nicht gekündigt werden kann, sollte die Laufzeit für einen Kredit gut geplant und genau kalkuliert werden. Eine Ausnahme bilden Kreditverträge, die über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren abgeschlossen werden. Kredite die eine Zinsbindungsfrist enthalten und beispielsweise über 15 oder 20 Jahre abgeschlossen wurden, können nach zehn Jahren unter Einhaltung der Kündigungsfrist von sechs Monaten gekündigt werden.

Zinsgebundene Darlehen können jederzeit komplett getilgt werden 

Je nach Höhe des Darlehens bleibt bei der Finanzierung von Immobilien in den meisten Fällen eine Restschuld übrig. Diese Restschuld kann mit einem Anschlussdarlehen weiter finanziert werden. Je nach Marktsituation kann auch hier wieder eine Zinsbindung auf mehrere Jahre vereinbart werden. Damit die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Kreditnehmers erhalten bleibt, können zinsgebundene Darlehen aber auch Restschulden in Anschlussfinanzierungen auf einmal getilgt werden.