Was ist die Schufa?

Die Schufa prüft die Bonität der Bundesbürger. @motorradcbr, fotolia.de

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung sammelt seit 1927 die Daten von derzeit etwa 66 Millionen Bundesbürgern. Die Daten werden der Schufa von Kreditinstituten, Versandhäusern, Telekommunikationsunternehmen und Energieversorgern übermittelt. Die Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte sind weitere Quellen der Schufa. Die Auskünfte der Schufa sind kostenpflichtig.

Die Schufa-Klausel

Nach einem Gerichtsurteil des Bundesgerichtshofs im Jahr 1985 müssen die Kunden einer Weitergabe der Informationen schriftlich zustimmen. Die Weigerung der Zustimmung, hat aber Nachteile zur Folge. Die Schufa-Klausel ist fester Bestandteil der Verträge.

Bei Eröffnung eines Kontos oder Abschluss eines Vertrages wird die Schufa-Klausel unterschrieben.

Der Score, die erzielte Punktzahl

Die gesammelten Daten einer Person werden mit denen vergleichbarer Personen und deren wirtschaftliches Verhalten ausgewertet (statistische Auswertung).

Das scoring ist eine überlieferte Wirtschaftstradition aus den USA. In einer Prozentzahl von 1 bis 100 wird die Wahrscheinlichkeit einer Kreditrückzahlung ausgedrückt. Eine Person in einem Insolvenzverfahren hat einen Score-Wert von 5%.

Wie sinnvoll die Berechnung ist im Einzelfall ist, bleibt unklar, denn das Verfahren zur Berechnung des Scores ist ein internes Geheimnis der Schufa.

Es gibt Vermutungen, dass auch Ereignisse, die mit dem Geldgeschäft nicht direkt in Zusammenhang stehen, zu einem schlechten Scorewert führen. In der Vergangenheit wurde diese Vermutung schon häufig bestätigt. Bis 2001 war es beispielsweise üblich, Nachfragen über die eigenen Daten als Negativmerkmal zu werten.

Die Wohnlage und Umzüge könnten weitere Negativmerkmale sein oder ein Widerspruch gegen einen Mahnbescheid. Ein Negativmerkmal ist auch die Einholung von Kreditinformationen bei Banken. Die vorzeitige Begleichung eines Kredits ist ein abweichendes Verhalten und kann zur Verringerung des Scorewertes führen.

Befindet sich ein Negativeintrag in der Akte, wird eine Bank unter Umständen nicht einmal darauf eingehen, sondern einfach dem Gesuch des Kunden nach einem Kredit für den Hausbau oder eine Erhöhung des Dispositionskredites ablehnen.

A-Kunden, B-Kunden und F-Kunden der Schufa

A-Kunden sind Kredit gewährende Unternehmen. Sie erhalten eine ausführlichere Auskunft als die B-Kunden. B-Kunden sind unter anderem Versandunternehmen und Telekommunikationsgesellschaften. F-Kunden sind Inkasso-Unternehmen. Sie erhalten nur die Adressdaten.

Falsche Daten

Der Wahrheitsgehalt der übermittelten Daten wird von der Schufa nicht überprüft. Sind Daten falsch und möchte der Betroffene diese Daten entfernen lassen, muss er sich mit der Aufforderung an das Unternehmen wenden, den falschen Eintrag löschen zu lassen. Weigert sich das Unternehmen, führt der Weg über das Gericht. Dieses wird bei nachgewiesener Unrichtigkeit der gemachten Angaben, das Unternehmen dazu auffordern, den Eintrag löschen zu lassen.

Einige Unternehmen lassen sich zu falschen Angaben hinreißen, wenn ein Kunde eine fehlerhafte Forderung nicht begleicht. Manchmal wurde vorher sogar mit einem Schufa-Eintrag gedroht, wenn die in Zweifel gezogene Forderung nicht beglichen wird.

Veraltete Daten

Die Daten müssen nach Ablauf von Fristen gelöscht werden. Auch Negativeinträge sind nach Ablauf der allgemeinen Frist von drei Jahren nach Erledigung der Forderung zu streichen. Die Streichung alter Daten wird bei der Schufa direkt eingefordert.