Sicherheiten bei Krediten – Eine Definition

Das Kreditgeschäft ist einer der wichtigsten Geschäftszweige von Banken und Kreditinstituten. Mit der Vergabe von Krediten erwirtschaftet das Unternehmen seine Umsätze und Gewinne. Durch Kreditausfälle können aber auch Verluste entstehen. Wenn einem Kreditgeber ein Kreditgeschäft zu unsicher erscheint, hat er die Möglichkeit Sicherheiten von einem Kreditnehmer zu verlangen. Hierbei wird grob zwischen sach- und personenbezogenen Kreditsicherheiten unterschieden.

Private Kredite werden mit dem Lohn oder Gehalt gesichert

Wird im Privatkundengeschäft ein Kreditvertrag geschlossen, zählt zunächst das Gehalt, respektive der Lohn als Sicherheit für den beantragten Kredit. Zusätzlich können Restschuldvereinbarungen in Form einer Kreditversicherung getroffen werden. Der Gläubiger erhält im Falle der Arbeitslosigkeit, im Krankheits- oder Todesfall die Restschuld von der Versicherung ersetzt. Oft werden auch kapitalbildende Lebensversicherungen zur Tilgung der Kreditsumme, Risikolebensversicherungen zur Abdeckung des Risikos im Todesfall oder Kaskoversicherungen bei der Finanzierung von Kraftfahrzeugen verlangt. Bewegliche Sachen werden selten als Sicherheiten akzeptiert, da sie bei der Bank hinterlegt werden müssten. Bei Verheirateten haftet der eine Ehepartner für die Schulden des anderen Ehepartners mit einer sogenannten Ehegattenbürgschaft.

Die Bürgschaft ist eine personenbezogene Kreditsicherheit

Ist die Bonität des Kreditnehmers trotz Lohn und Gehalt nicht ausreichend, kann ein Bürge bestellt werden. Mit dem Abschluss eines Bürgschaftsvertrags, der im Bürgerlichen Gesetzbuch (§§765ff. BGB) geregelt ist, verpflichtet sich der Bürge für die Verbindlichkeiten des Schuldners gegenüber dem Gläubiger einzustehen. Ein Bürgschaftsvertrag muss immer schriftlich geschlossen werden. Unterschieden wird bei diesen Formen der Sicherheiten zwischen einer einfachen und einer selbstschuldnerischen Bürgschaft. Wurde eine einfache Bürgschaft vereinbart, wird der Bürge erst herangezogen, wenn alle Versuche, die ausstehende Schuld einzutreiben, fruchtlos geblieben sind. Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft kann der Gläubiger sofort das Begleichen der Schuld verlangen. Eine Bürgschaft endet, wenn die Kreditschuld getilgt ist, eine zeitliche Begrenzung vereinbart wurde oder der Bürge in Anspruch genommen wird. Stirbt der Bürge, erlischt die Bürgschaft nicht.

Weitere Sicherheiten sind bewegliche und unbewegliche Sachen

Die Grundschuld, die Sicherungsübereignung, das Pfandrecht und die Hypothek zählen zu den Sach- oder Realsicherheiten. Die Hypothek wird allerdings nur selten zur Sicherung eines Kredits verwendet. Wird ein Kredit aufgenommen, wird eine Grundschuld auf den Grund- oder Immobilienbesitz des Kreditnehmers eingetragen. Sicherungsübereignungen werden bei Kraftfahrzeugen vorgenommen. Der Kraftfahrzeugbrief bleibt bis zur vollständigen Tilgung des Kredits im Besitz der Bank.