Kreditnehmer: Eine Definition

Bei dem Kreditnehmer handelt es sich um eine natürliche oder eine juristische Person des privaten oder öffentlichen Rechts, die von einem Bankinstitut oder einem anderen Kreditgeber einen Kredit zur Verfügung gestellt bekommt.

Vertragliche Basis
Voraussetzung für die Aufnahme des Kredits durch den Kreditnehmer ist der Abschluss eines entsprechenden Kreditvertrags. Dieser hält alle wichtigen Rahmenbedingungen fest, die mit der Überlassung der finanziellen Mittel einhergehen. So werden hier nicht nur Vereinbarungen zur Art des Kredits getroffen, sondern auch zur Höhe und zur Laufzeit. Wie alle Verträge setzt der Kreditvertrag die volle Geschäftsfähigkeit beider Vertragspartner voraus. Handelt es sich bei dem Kreditnehmer um einen Verbraucher im Sinne des § 13 BGB, ist der Kreditvertrag als Verbraucherdarlehensvertrag nach den Maßgaben der §§ 491 ff. BGB einzustufen. Er ist schriftlich abzuschließen und muss die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthalten. Tritt als Kreditnehmerhingegen eine juristische Person auf, entfällt der besondere Schutzzweck für Verbraucher. Vor dem Hintergrund der höheren fachlichen Anforderungen werden keine speziellen Reglementierungen vorgenommen. Demnach gilt für Kreditverträge mit Firmen oder öffentlich-rechtlichen Rechtsformen als Kreditnehmern die für das Schuldrecht typische Vertragsfreiheit. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kommt nur dann in Betracht, wenn Verbraucher als Mithaftende auftreten. Dies kann zum Beispiel durch einen Schuldbeitritt der Fall sein.

Der Mitdarlehensnehmer als Sonderform des Kreditnehmers
Tritt dem Kreditnehmer ein weiterer Kreditnehmer zu, der ein eigenes sachliches oder persönliches Interesse an der Aufnahme des Kredits hat und dieses auch zu erkennen gibt, so darf er als Mitkreditnehmer gleichberechtigt über die Auszahlung und die Verwendung der Kreditsumme entscheiden. Dafür haftet er selbst für alle Verbindlichkeiten, die sich aus dem Kreditvertrag ergeben. Anders als beim Schuldbeitritt übernimmt der Mitdarlehensnehmer nicht nur eine sichernde Funktion, sondern erfüllt vielmehr die entscheidenden Funktionen des eigentlichen Kreditnehmers.

Rechte und Pflichten des Kreditnehmers
Mit dem Abschluss des Kreditvertrags erlangt der Kreditnehmer das Recht auf die Auszahlung der Kreditsumme. Im Gegenzug verpflichtet er sich dazu, den Kreditbetrag zuzüglich der anfallenden Kreditzinsen an den Kreditgeber zurückzuzahlen. Hierzu werden in der Regel feste Zahlungstermine vereinbart. Auch vertragliche Nebenpflichten sind von dem Kreditnehmer zu erfüllen. So muss er zum Beispiel seine wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen und über wesentliche Verschlechterungen seiner Vermögensverhältnisse informieren.