Einen Kredit beantragen: Das muss ich vorlegen und beachten

Wer vorhat, einen Kredit bei einem Finanzdienstleister zu beantragen, sollte einiges beachten. So kann viel Zeit gespart werden, wenn man im Vorfeld die notwendigen Unterlagen sorgfältig vorbereitet. Um den Überblick zu behalten, kann es sinnvoll sein, eine Checkliste anzulegen.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Auf jeden Fall werden Unterlagen benötigt, die belegen, dass der Antragsteller über regelmäßiges Einkommen verfügt. Für den Gehaltsnachweis sollten Originalkontoauszüge mit Gehaltseingang vorgelegt werden. Zudem werden die Gehaltsabrechnungen der letzten Monate im Original benötigt. Wer den Kreditantrag bei einer Bank stellt, muss auch Kopien des Personalausweises (Vorder- und Rückseite) einreichen.
Arbeitnehmer, die per Stundenlohn bezahlt werden, müssen auch die letzte Dezember-Lohnabrechnung mit den Jahreswerten einreichen. Wenn diese nicht so aussagekräftig ausfällt, so muss alternativ dazu eine Kopie der Lohnsteuerkarte des abgelaufenen Jahres vorgelegt werden.
Soldaten, die einen Kredit beantragen möchten, benötigen zudem eine Dienstzeitbescheinigung.

Weitere Voraussetzungen, die Kredit-Antragsteller erfüllen müssen 

Generell gilt: Der Antragsteller muss mindestens 18 Jahre alt sein. In der Regel liegt das Höchstalter bei 58 Jahren.
Der Antragsteller sollte außerdem:

  • mindestens ein Jahr bei seinem Arbeitgeber beschäftigt sein
  • sein Gehalt auf ein Girokonto überwiesen bekommen
  • sich in einem unbefristeten bzw. ungekündigten Arbeitsverhältnis befinden
  • Deutscher Staatsbürger sein

Mehr Unterlagen bei Selbstständigen

Bei Selbstständigen werden auch weitere Unterlagen benötigt, denn erst wenn ein glaubhaftes Geschäftskonzept präsentiert wird, kann die Bank dem Kreditantrag zustimmen. Ein selbständiger Antragsteller muss daher eine Gewinn- und Verlustrechnung einreichen, zudem muss er eine Kalkulation für die nächsten Jahre vorlegen. Antragssteller, die erst am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen, müssen auf jeden Fall einen aktuellen Businessplan einreichen.

Die Schufa

Für die meisten Banken hängt die Bewilligung eines Kreditantrages nicht zuletzt von der Schufaauskunft (Was ist die Schufa?) des Kunden ab. Dabei muss der Kreditnehmer die Schufaabfrage nicht selbst betätigen. In der Regel gestattet der Kunde dem Kreditunternehmen die Einholung der Schufaauskunft. Dadurch kann das Kreditunternehmen das Zahlungsverhalten seines Kunden auswerten und das Ausfallrisiko des Kredits einschätzen.

Antragsteller müssen Geduld beweisen

Für Geldinstitute ist vor allem eine möglichst risikoarme Kreditvergabe wichtig. Um die gewünschte Sicherheit zu bekommen, wird eine ganze Menge an Infos verlangt, die auch bearbeitet werden muss. Es kann einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Bank eine Übersicht über die wirtschaftliche Lage des Antragsstellers bekommt. In der Regel müssen Antragsteller nach Einreichen aller benötigten Unterlagen mit einer Wartezeit von bis zu vierzehn Arbeitstagen rechnen, bis sie die Überweisung bzw. die Kreditauszahlung bekommen.

Das müssen Kreditnehmer vor einem Vertragsabschluss noch beachten

Der effektive Jahreszins sollte im Rahmen der zurzeit gültigen, sehr günstigen Marktsituation liegen. Auch sollte man auf Flexibilität achten und sich vertraglich die Möglichkeit sichern, den Kredit schneller abzuzahlen und dadurch Zinsen zu sparen. Auch in Hinsicht auf die Monatsraten sollte Flexibilität gewährleistet sein. Gerade bei langfristigen Krediten ist es wichtig, unvorhersehbare Ereignisse wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit aufzufangen. Grundsätzlich sollte man die Raten nur so klein festlegen, dass sämtliche andere Ausgaben noch problemlos gedeckt werden können.