Die Tilgung für einen Kredit aussetzen: Ein Ratgeber

Bei den meisten Krediten ist es so, dass die vom Kreditnehmer zu zahlende Darlehensrate zum einen aus den Kreditzinsen und zum anderen aus der Tilgung der Darlehensschuld besteht. Dies trifft zum Beispiel unter anderem auf Ratenkredite und auf Immobilienkredite zu, falls es sich nicht gerade um ein endfälliges Darlehen handelt. In den meisten Fällen haben die Kreditnehmer keine Probleme mit der regelmäßigen Zahlung der Kreditraten. Es gibt aber natürlich auch manchmal Situationen, in denen die ehemals vereinbarte Darlehensrate für den Kreditnehmer – zumindest vorübergehend – zu hoch ist. Das kann zum Beispiel nach Eintritt der Arbeitslosigkeit oder aufgrund einer längeren Erkrankung und damit verbundener Reduzierung des Einkommens der Fall sein. In solchen Fällen sollte man unbedingt mit seiner Bank sprechen und die Raten nicht einfach „kommentarlos“ nicht zahlen. Denn oftmals lässt sich eine für beide Parteien akzeptable Lösung finden.

Tilgungsaussetzung ist oftmals eine gute Alternative

Wenn es einleuchtende Gründe dafür gibt, dass der Kreditnehmer die vereinbarten Darlehensraten vorübergehend nicht im vorherigen Umfang zahlen kann, sind die meisten Banken durchaus kompromissbereit. Ein solcher Kompromiss beinhaltet dann meistens die Aussetzung der Tilgung. Die Bank gestattet dem Kunden in diesem Fall, dass er über einen bestimmten Zeitraum hinweg lediglich die Zinsen für den Kredit zahlen muss, während die Rückzahlung (Tilgung) des Kredites ausgesetzt wird. Für den Kreditnehmer führt die Tilgungsaussetzung zu einer deutlichen finanziellen Entlastung, denn die monatliche Kreditrate ist zum Teil um mehr als 80 Prozent reduziert, wenn erst einmal nur noch die Zinsen zu zahlen sind. Beträgt die Restschuld des Kredites zum Beispiel bei einer Restlaufzeit von zwei Jahren 5.000 Euro (ohne Zinsen) und wurde ein Zinssatz von acht Prozent vereinbart, so würde die „normale“ monatliche Rate bei rund 240 Euro liegen. Wird die Tilgung nun beispielsweise für ein Jahr ausgesetzt, muss der Kunde in dieser Zeit nur noch die Zinsen zahlen, also 400 Euro im Jahr. Dies führt zu einer Monatsrate von nur noch 33 Euro und ist somit eine erhebliche finanzielle Minderbelastung.

Aussetzung der Tilgung verlängert Darlehenslaufzeit 

Die Aussetzung der Tilgung hat natürlich in gewissem Sinne auch für die Bank einen „Vorteil“ bzw. sie ist das kleinere Übel. Denn die Alternative wäre nicht selten, dass der Kunde die Rate gar nicht mehr zahlen kann und es letztendlich zu einem Kreditausfall kommt. Für den Kunden hat die Tilgungsaussetzung natürlich den Nachteil, dass er für Zeitraum der Aussetzung zusätzliche Zinsen zahlen muss, die bei regulärer Tilgung nicht angefallen wären. Denn beim Ratenkredit werden die Zinsen stets vom Ursprungsbetrag berechnet. Da sich die Laufzeit des Darlehens um den Zeitraum der Tilgungsaussetzung verlängert, muss der Kunden dann natürlich in der Summe mehr Zinsen zahlen. In der Regel stimmen die Banken einer Aussetzung übrigens nur über einen Zeitraum von maximal einem Jahr zu.