Der Mikrokredit

Mikrokredite werden meist von spezialisierten Finanzunternehmen oder Organisationen an Personen in Entwicklungsländern vergeben. Dies ist eine indirekte Entwicklungshilfe. Menschen die oft nah am Existenzminimum leben bekommen so die Möglichkeit sich selbstständig zu machen. Einen Kredit 1 bis 1.000 Euro nennt man Mikrokredit. Es gibt weltweit geschätzte 70.000 Mikrokredite in einem Wert von 60 Mrd. US-Dollar.

Um den sozial benachteiligten Kreditempfängern die Rückzahlung so sozial wie möglich zu gestalten, gibt es gesonderte Rückzahlanforderungen, die nicht mit »normalen« Krediten vergleichbar sind. Die Organisation gewährt Folgekredite und hält engen Kundenkontakt. Sie überprüft das Geschäftsmodell des Kreditnehmers und ermittelt auf dieser Basis die passenden Rückzahlraten.
Mehrere Kreditnehmer bürgen als Gruppe miteinander, damit eine gewisse Selbstkontrolle und Motivation gegeben ist. Mikrokredite werden hauptsächlich an Frauen vergeben.

Die Zinsen für Mikrokredite sind deutlich höher als bei herkömmlichen Krediten. Dies wird mit höherem Aufwand und Ausfallrisiko begründet. Auch der enge Kundenkontakt soll sehr kostenintensiv sein. Hier liegt auch der Kritikpunkt an Mikrokrediten, wegen der hohen Zinsen treten die Kreditnehmer oft in die Schuldenfalle. Ein Mensch, der vor dem Kredit schon am Existenzminimum lebte und auch noch Schulden anhäuft, hat kaum eine Möglichkeit noch einmal Fuß zu fassen.
Bei Mikrokrediten muss die Entwicklungshilfe im Vordergrund stehen und nicht die eigene Bereicherung.