Definition: Was ist ein Darlehen?

Bei einem Darlehen handelt es sich um einen schuldrechtlichen Vertrag zwischen einem Darlehensgeber und einem Darlehensnehmer, in dem vereinbart wird, dass der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer einen bestimmten Geldbetrag (Gelddarlehen §§ 488-498 BGB) oder aber ein Sachdarlehen (§§ 607-609 BGB) zum Gebrauch auf Zeit überlässt. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe Darlehen und Kredit synonym verwendet. In diesem Sinne bezeichnet der Begriff Darlehen mittel- oder langfristige Kredite, die zwischen einem Kreditnehmer und einem Kreditinstitut vertraglich vereinbart werden. In der Regel werden diese Kredite in einer Summe ausgezahlt, wobei der Darlehensnehmer für das Darlehen Zinsen zahlt und für eine regelmäßige Tilgung bürgt.

Gelddarlehen
Bei einem Gelddarlehen wird dem Darlehensnehmer vom Darlehensgeber ein in einem Darlehensvertrag vereinbarter Geldbetrag zur Verfügung gestellt (§ 488 I S. 1 BGB). Der Darlehensnehmer verpflichtet sich hierbei, den geschuldeten Zins zu entrichten sowie den Geldbetrag wie vereinbart zurückzuzahlen (§ 488 I S. 2 BGB). Die Höhe der zu entrichteten Zinsen wird vorab festgelegt, entspricht aber meist den Sätzen der vorhandenen Preisverzeichnisse; bei Fehlen selbiger ergibt sich der Zins aus dem gesetzlichen Zinssatz (§ 246 BGB). Darüber hinaus ist es zulässig, dass der Darlehensgeber (d.h. meist ein Kreditinstitut) zusätzliche Entgelte wie etwa Bearbeitungsgebühren oder Bereitstellungszinsen verlangt. Grundsätzlich kann ein Darlehen aber auch zinslos und ohne weitere Entgelte vergeben werden. Das Darlehensverhältnis endet im Regelfall mit Ablauf der vereinbarten Zeit oder aber durch eine Kündigung (§ 488 III BGB), wobei die Kündigungsfrist bei Darlehen auf unbestimmte Zeit für beide Parteien drei Monate beträgt.

Im Allgemeinen werden folgende Darlehensarten je nach Tilgungsmodalität unterschieden:
– Festdarlehen
– Annuitätendarlehen
– Abzahlungs- oder Ratendarlehen
– weitere Varianten: Schuldscheindarlehen, Forward-Darlehen etc.

Sachdarlehen
Bei einem Sachdarlehen verpflichtet sich der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer eine vertretbare Sache (d.h. Darlehensvaluta) zu überlassen ((§§ 607 ff. BGB). Im Gegenzug verpflichtet sich der Darlehensnehmer eventuell vereinbarte Entgelte zu zahlen und die Darlehensvaluta in gleicher Art, Güte und Menge zurückzuerstatten (§ 607 I BGB).