Definition: Darlehensnehmer

Das Darlehen ist eine Unterform des Kredits das sich durch seine meist hohe Auszahlungssumme und die lange Laufzeit von einem Verbraucherkredit unterscheidet. Verbraucher, die ein Darlehen beantragen werden, daher auch gesetzlich als Darlehensnehmer definiert. Der Darlehensvertrag wird in den §§ 488 ff BGB aufgeführt. Wer ein Darlehen aufnimmt, hat gegenüber dem Darlehensgeber zahlreiche Rechte aber auch Pflichten.

Rechte und Pflichten des Darlehensnehmers sind im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt

Im § 488 BGB sind die vertraglichen Pflichten zwischen beiden Parteien geregelt. Der Darlehensgeber ist verpflichtet, das vereinbarte Darlehen auszuzahlen. Im Gegenzug muss der vereinbarte Zinssatz für das Darlehen zurückerstattet werden. Die vereinbarten Zinsen werden bei einem Darlehen vom Darlehensnehmer normalerweise jährlich entrichtet. Bei Fälligkeit muss das Darlehen zurückgezahlt werden. Endet das Darlehen vor Jahresende, wird das Darlehen inklusive der aufgelaufenen Zinsen zurückgezahlt.

Das Darlehen kann von Verbrauchern ordentlich gekündigt werden

Das ordentliche Kündigungsrecht ist im BGB § 489 geregelt und besagt, dass der Darlehensvertrag ganz oder teilweise gekündigt werden kann. Ordentliche Kündigungen des Darlehensnehmers sind möglich, wenn die Zinsbindung vor der vereinbarten Zeit der Rückzahlung endet und keine neuen Vereinbarungen über den Zinssatz getroffen wurden. Unter der Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist und einer Darlehenslaufzeit von mindestens sechs Monaten kann ein Darlehensnehmer ein Darlehen kündigen, das nicht durch ein Grund- oder Schiffspfandrecht gesichert ist. Annuitätendarlehen oder Immobilienfinanzierungen mit Laufzeiten von mehr als 10 Jahren können nach frühestens 10 Jahren unter Einhaltung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist gekündigt werden.

Beide Vertragspartner haben ein außerordentliches Kündigungsrecht

Das außerordentliche Kündigungsrecht eines Darlehensvertrags ist im § 490 BGB geregelt und berücksichtigt sowohl die Rechte des Darlehensgebers und des Darlehensnehmers. Außerordentliche Kündigungen werden nötig wenn eine Störung der Geschäftsgrundlage, wie beispielsweise die massive Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Darlehensnehmers auftritt. Im umgekehrten Fall kann aber auch eine Kündigung des Darlehensnehmers aus wichtigem Grund erfolgen. Ein wichtiger Grund kann die vorzeitige Ablösung eines Darlehensvertrags sein. Darlehensgeber sind gegenüber Darlehensnehmern verpflichtet, die wirtschaftlichen Interessen zu vertreten. Ein wirtschaftliches Interesse besteht beispielsweise bei einer vorzeitigen Veräußerung einer Immobilie. Der Darlehensgeber kann bei einer vorzeitigen Ablösung des Darlehens durch den Darlehensnehmer allerdings eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Darlehen unter Privatpersonen sind in diesen Gesetzestexten nicht geregelt.