Darlehen kündigen – Das müssen Sie beachten!

Für einen Kreditnehmer bedeutet die Aufnahme eines Darlehens eine gut überlegte jahrelange Bindung an ein Kreditunternehmen. Doch manchmal laufen die Dinge nicht so wie geplant, und es tauchen Gründe auf, die für eine Kündigung des Darlehens sprechen. Man kommt völlig unerwartet zu Geld, ein anderes Kreditunternehmen hat einen deutlich günstigeren Zinssatz angeboten oder die finanzierte Immobilie muss verkauft werden.

Ordentliche Kündigung eines Darlehens

Wenn die vertragliche Zinsbindung des Darlehens beendet ist, ohne dass eine vollständige Rückzahlung erfolgt war, so kann man das Darlehen kündigen, vorausgesetzt es wurden noch keine neuen Zinsvereinbarungen getroffen.
Wenn der Zinssatz eines Darlehens variabel ist, kann das Darlehen jederzeit, allerdings mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist, gekündigt werden. Langfristige Darlehen mit einem festen Zinssatz und Laufzeit von mehr als 10 Jahren können nach 10 Jahren und unter Einhalt einer Kündigungsfrist von 6 Monaten gekündigt werden, selbst dann wenn der Darlehensvertrag eigentlich auf 15 oder 20 Jahre festgelegt wurde.

Außerordentliche (fristlose) Kündigung eines Immobiliendarlehens 

Immobiliendarlehen, die durch Hypotheken gesichert sind und einer Zinsbindung bis 10 Jahre unterliegen, können in der Regel nicht vor Ablauf der Bindezeit gekündigt werden. Eine Darlehens-Kündigung in diesem Fall ist dennoch bei Vorlegen außerordentlicher Gründe möglich. Dazu gehören das Bedürfnis bzw. die Notwendigkeit, die beliehene Sache anderweitig zu verwenden. Beispielsweise kann die Notwendigkeit entstanden sein, die Immobilie wegen Krankheit oder Ehescheidung zu verkaufen. Selbst wenn ein berechtigter Grund für die außerordentliche Kündigung vorliegt, müssen Kündigungsfristen eingehalten werden. So muss der Empfang des Darlehens mindestens sechs Monaten zurückliegen, zudem muss eine Kündigungsfrist von drei Monaten eingehalten werden. Im Falle einer solchen außerordentlichen Kündigung ist eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig, die der Darlehensgeber vom Kunden erhält.

Wie hoch darf die Vorfälligkeitsentschädigung ausfallen?

Die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung richtet sich nach dem Zinsverlust, den das Kreditunternehmen durch die vorzeitige Kündigung hat. Zudem darf die Bank eine angemessene Bearbeitungsgebühr verlangen.
Eine recht niedrige Vorfälligkeitsentschädigung von wenigen hundert Euro ist nur dann zu erwarten, wenn die Finanzierung mit einem deutlich niedrigeren Zinssatz als nach aktueller Marktlage erfolgt war. In diesem Fall wäre die Darlehenskündigung ein gutes Geschäft für die Bank, da diese das Geld, das zurückfließt, wieder lukrativer anlegen kann. Wenn allerdings das Darlehen mit einem deutlich höheren Zinssatz als nach aktueller Marktlage erfolgt war, so wird die Vorfälligkeitsentschädigung auch deutlich höher ausfallen. Wie hoch diese Entschädigung genau ist, hängt im Wesentlichen von der Höhe der bereits getilgten Summe ab, ferner davon, welche Laufzeit noch für Zinsbindung verbleit.

Fristlose Kündigung des Darlehensvertrags seitens der Darlehensgeber

Diese kann nur dann erfolgen, wenn sich die Werthaltigkeit der für das Darlehen verwendeten Sicherheit wesentlich verschlechtert hat, wodurch der Rückerstattungsanspruch gefährdet ist. Als Indizien dafür gelten Zwangsvollstreckungen gegen den Darlehensnehmer und verspätete Rückzahlungen.

Grundsätzlich gilt: Wer die Möglichkeit hat, die laufenden Kredite zurückzuzahlen, sollte dies tun und sich das Geld für die Verzinsung sparen. Wenn allerdings eine ordentliche Kündigung nicht möglich ist, so sollte man genau abwägen, ob die Zahlung einer hohen Vorfälligkeitsentschädigung das Ablösen des Darlehensvertrages rechtfertigt.